BLWH2 verfolgt das Ziel konkrete Versorgungsmöglichkeiten für unterschiedliche Abnehmer mit Abwärme aus der Elektrolyse zu erforschen, zu bewerten und daraus umfassende Konzepte für eine sichere Versorgung urbaner Gebiete zu entwickeln. Im Zuge dieser Bemühungen soll die Wertschöpfungskette des naheliegen den Reallabors „Energiepark Bad Lauchstädt“ erweitert werden. Aufgrund der Standortnähe zum Reallabor, bietet die Stadt Bad Lauchstädt eine optimale Möglichkeit zur Umsetzung und besitzt damit zum aktuellen Zeitpunkt ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten
Bundesgebiet.

Durch das Vorhaben werden nicht nur Wissenslücken
im Bereich der Sektorenkopplung, der Abwärmeverteilung und -anwendung geschlossen, sondern auch die Wertschöpfungskette des Reallabor Energiepark Bad
Lauchstädt in einem realen Anwendungsfall ausgebaut. Für dezentrale Einheiten von Elektrolyseuren im zwei bis dreistelligen Megawatt-Bereich eignet sich diese Wärme grundsätzlich zur Versorgung von Nah- und Fernwärmenetzen im urbanen Umfeld dieser Einheiten, auch wenn das Temperaturniveau nicht den traditionellen Größen der Fernwärmeversorgung entspricht (Elektrolyse ca. 60 °C, Fernwärme ca. 90 °C).

In Kombination mit wasserstoffbasierten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen kann sowohl der Betrieb der Elektrolyseure als auch die Versorgungssicherheit der Stromversorgung zu einer wirtschaftlich und energetisch-ökologisch effektiven Nutzung der erneuerbaren Primärenergie aus Wind bzw. PV deutlich gesteigert werden. Dazu wird ein abgestimmtes Verschaltungskonzept zum Einsatz der Komponenten sowie ein übergreifendes Energiemanagementsystem benötigt. BLWH2 legt mit der Machbarkeitsprüfung der zu errichtenden Infrastrukturen und der zu versorgenden Abnehmer sowie der technischen Konzeptentwicklung und Wirtschaftlichkeitsprüfung die Grundlage für die bauliche Errichtung der Infrastrukturen, deren Inbetriebnahme und das betriebsbegleitende Monitoring zur Generierung von Forschungsergebnissen.